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Jugendsprache

Ein junger Student sitzt auf einer Parkbank. In der Nähe sitzen ein paar Jugendliche. Sie verwenden sehr viele Jugendwörter, welche ziemlich an- tisozial wirken. Der Student dreht sich kopfschüttelnd die Kippe zu Ende und sagt zu dem Mann neben ihm: „Diese Jugend und ihre eigene Sprache, echt furchtbar!“ Der alte Mann nickt und betont, dass die Bild- ung fehlgeschlagen ist. „Die werden sich wohl nie in die Gesellschaft einfügen können“, lacht der junge Student. Der alte Mann steht auf und nickt ihm nur zu, bevor er seiner Wege geht. Nach kurzer Zeit kommt ein Freund des jungen Studenten vorbei und im tiefen Gespräch bemerkt er den stillen Mann in der Nähe. Die 2 Studenten kommen ihm näher und der stille Mann sagt: „Entschuldigung, dass ich sie belauscht habe, aber ihre Wortwahl ist wohl ziemlich ähnlich zu den Teenagern da drüben.” Verlegen schauen sich die beiden an und der junge Student wird nachdenklich und schweigsam. Nach kurzer Zeit geht sein Kumpel, doch das Grübeln des jungen Studenten hat noch immer kein Ende. Nach einer Weile entgegnet er dem stillen Mann: „Ich danke dir wirklich für deine Auf- merksamkeit, denn mir ist nun einiges klar geworden.“ Der stille Mann lacht und zieht weiter seiner Wege. Nach kurzer Zeit kommt ihm der Mann, welchen er zu Beginn traf, entgegen und entschuldigt sich: „Ich habe meine Zeitung vergessen. Hätten sie vielleicht noch eine Zigarette?“ Der junge Student reicht ihm still eine Kippe und erzählt: „Alter Mann, ich habe nachgedacht. Es ist nicht fair die Jugendlichen von vorhin auf ihren Sprachgebrauch zu degradieren. Die Gesellschaft verlangt zwangsweise sehr viel von einem. Ständig muss man sich anpas- sen und selbst das ist meist nicht genug. Jeder Mensch hat doch eine Daseinsberechtigung. Also wieso sind die Jugendlichen nur wegen ihrer selbst modifizierten Sprache weniger wert?“ Der alte Mann nickt lang- sam und ist nun auch etwas verlegen: „Mein Junge, du hast in der kurzen Zeit mehr gelernt als ich über die Gesellschaft mein Leben lang. Du hast vollkommen recht! Auch ich werde wohl in Zukunft noch öfter daran denken.“ Beide umarmen sich und gehen getrennt den Fußweg in entgegen gesetzte Richtungen entlang.